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„Andre Hahn ist schuld, dass ich entlassen wurde!“

Bis zur Anmoderation von Kitchentalk-Master Knippi wussten die gespannten Zuschauer in der Kulturküche nur eins: der Abend sollte im Zeichen der Raute stehen.Der Überraschungsgast war bis zuletzt geheim gehalten worden. Als dann der Name fiel, brandete tosender Applaus auf: Kultspieler und Boussias U23-Trainer Arie van Lent nahm an der Talktheke Platz! Die herzliche Begeisterung, die ihm entgegenschlug, rührt nicht von ungefähr: schon während seiner aktiven Zeit bei Borussia Mönchengladbach mutierte der Stürmer schnell zum Publikumsliebling. Einer, der immer Vollgas gegeben und für die Mannschaft gearbeitet hat. Der entscheidend war für die positive Wendung zu Beginn der 2000er Jahre, als Borussia nach seiner Verpflichtung zuerst den 5. Platz belegte, um dann im Folgejahr wieder in die 1. Bundesliga aufzusteigen. Dazu kommen die besonderen Arie-Momente, nicht zuletzt das berühmte letzte Tor am Bökelberg 2004. Er erinnert sich mit Freude zurück: „Dieser Moment war einmalig und bedeutet mir wahnsinnig viel.“ Knippi spielte gleich nochmal den Stadionkommentar ein. Alle erinnern sich, wie er nachher besungen und von Max Eberl und Uwe Kamps aus dem Stadion getragen wurde. „Seitdem hat Uwe sein Knie kaputt!“, scherzt er. Sein Humor und seine charmante, offene Art kamen und kommen gut an. Völlig zu Recht, möchte man beipflichten. Der gebürtige Niederländer mit deutschem Pass lebt immer noch in der Gegend und trainiert aktuell die U23 Mannschaft. Er fühle sich sehr wohl hier und für ihn sind Stadt und Verein Heimat geworden. Bei Borussia, so sagt Arie, habe er seine besten Jahre gehabt. Auch wenn er bei Werder mehr Titel holen konnte. „Aber als Europapokal-Sieger beim Endspiel auf der Bank gesessen zu haben, fühlt sich auch nicht so richtig nach Gewinner an“, ergänzt er grinsend.

Zusammen mit Sportjournalist Karsten Kellermann, der spontan auf die Bühne kam, blickte die Runde auf Borussias Entwicklung und die aktuelle Saison zurück. „Die Zeit von Ticki Tacka ist eher vorbei, der althergebrachte Fußball kommt zurück: Flanke, Kopf, Tor“, analysierte Kellermann. Arie pflichtet ihm bei und schließt auch ein Comeback des klassischen Mittelstürmers nicht aus. Fan Hans-Gerd schließt sich der fachsimpelnden Runde kurzentschlossen aus dem Publikum an und bemerkt, dass der Funke der Begeisterung durch das ein oder andere Spiel in der Rückrunde nicht mehr so auf die Ränge über gesprungen sei. Auch wenn es tolle Europapokal-Auftritte gab. „Es wirkte, als sei am Ende die Luft raus“. Ob Borussia ein Jahr internationale Pause gut tun würde oder ob man im Zweifel alles mitnehmen muss, was geht, wurde dann ebenfalls noch diskutiert. Ohne Ergebnis. ;)

Bei seiner Arbeit mit den jungen Spielern erlebt van Lent natürlich auch viele Talente, für die der Sprung ins Profi-Geschäft das Größte wäre. „Aber viele verspielen auch im entscheidenden Moment ihre Chancen, lassen nach, wenn es drauf ankäme, abzuliefern. Es ist ein Geschenk, den Schritt in die 1. Mannschaft zu schaffen, es gelingt nicht vielen. Ich versuche die Spieler so gut es geht zu unterstützen.“ Bei seiner Trainerstation in Offenbach arbeitete er damals mit einem gewissen André Hahn. Einer, der ganz unerwartet genau diesen Sprung geschafft hat. Und van Lents eigener Mentalität als Spieler sehr ähnlich ist: „André hat etwas Tolles geschafft, er war nicht immer der kunstfertigste, aber er hat einen enormen Willen. Ich habe damals immer schon zu ihm gesagt: wenn das Stadion keine Bande hätte, würdest du einfach durchlaufen!“. Dass Hahns Weggang zu Augsburg ihn damals unter Anderem auch den Kopf gekostet hat, schmiert er ihm heute, wo beide bei Borussia sind, scherzhaft immer wieder aufs Brot.

Wie die Fußball-Familie Borussia Mönchengladbach zusammenhält und sich stets als eingeschworene Gemeinschaft zeigt, kann zum Ende dieser herzlichen und humorvollen Talkrunde beim „Arie-Song“ bewundert werden: Knippi komponierte eigens eine Ukulelen-Ode für ihn, die schon beim Chorus alle mitreißt, ist der Text relativ einfach zu merken: „Arie, Arie, Aaaaarie van Lent!“

Wer wissen will, wohin Aries Haare verschwunden sind und was sein Vater damals zu seiner „Auswanderung“ nach Deutschland gesagt hat, der kann sich den ganzen Kitchentalk auf dem YouTube Kanal der Kulturküche anschauen! Dort gibt es auch die letzte Ausgabe „Street Fotografie & Spotify-Battle“ mit Myriam Topel und Mark Nierwetberg zu sehen.

Wir bedanken uns bei Arie van Lent, Karsten Kellermann, unseren Sponsoren NEW und Signal Iduna und unserem tollen Publikum!

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Fotos: hvd-design