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Vom Hemdenbügeln und Wirsing-Abneigung

Die Ankündigung, es werde beim Kitchentalk #3 um die privaten Menschen Norbert Bude und Hans Wilhelm Reiners gehen und nicht um zwei Politiker im Wahlkampf, hat sich definitiv bewahrheitet. Kitchentalkmaster Torsten Knippertz wies den „Timeinator“ gleich zu Beginn auf eine Liste mit Tabu-Wörtern à la „kommunal“ und „Wähler“ hin, die im Gespräch nicht fallen durften. Ein Buzzer ahndete jeden Regelverstoß, doch so oft musste er gar nicht eingesetzt werden. Oberbürgermeister Norbert Bude und Herausforderer Hans Wilhelm Reiners verließen tatsächlich politisches Terrain und erzählten über ihre Heimat Mönchengladbach damals und heute, ihren Werdegang, ihre persönlichen Interessen – Anekdoten, die nicht zuletzt durch die spitzfindigen Fragen von Torsten Knippertz zutage kamen. Dabei stellten sich durchaus einige gemeinsame Leidenschaften heraus, nicht zuletzt für Borussia Mönchengladbach. Auch beim Stichwort Haushalt herrschte Einigkeit: als Wäsche-Profi gab sich keiner zu erkennen. „Hemden bügeln? Ich schaffe höchstens ein Taschentuch!“, scherzte Norbert Bude. Von Reiners erfuhr man dann noch, dass es bei der Männer-Kochrunde, die er regelmäßig mit Freunden veranstaltet, eins mit Sicherheit niemals geben werde: „Wirsing! Den kann ich überhaupt nicht leiden!“

Das Publikum erlebte heitere Spiel- und Quizrunden, schlagfertige Talkgäste, aber vor allem zwei Männer, die sich abseits der Politbühne durchaus zu schätzen wissen. Auf Knippertz Frage an Reiners, was er sich noch nie getraut habe zu sagen, entgegnete Bude prompt: „Dass er mich mag!“ Keine zweideutige Ironie, trotz der Lacher im Publikum. Beide betonten, dass die politische Debatte zwar das eine sei, das menschliche Miteinander aber nicht verloren gehen dürfe. „Das muss man auch trennen können“.
Für lautstarken Beifall sorgte als kleines Highlight des Abends der „MG-Song“. Per Facebook konnten im Vorfeld typische Gladbacher Orte vorgeschlagen werden, die der Kitchentalk Moderator zu einer Ode an die Heimat komponierte. Pommes im Zentralbad, Schlittenfahren am Müllberg, bunter Garten, Alter Markt, „kennt ihr ihn noch, den Lichthof?“ – auch Norbert Bude und Hans Wilhelm Reiners fügten noch einige markante Punkte hinzu und erklärten es für unvorstellbar, jemals woanders leben zu wollen. Was schnell wie eine Phrase klingt, kam doch aus dem Brustton der Überzeugung.

Zum Abschluss der Talkrunde wurden,wie jedes Mal, Fragen des Publikums aus dem Zylinder gezogen. Auf die Frage, ob die Gäste sich vorstellen könnten, zwei Tage in der Kulturküche ehrenamtlich zu helfen, sagten Bude und Reiners sofort zu. Egal wie der Wahlkampf ausgehe. Eine einzige Bedingung warf Norbert Bude ein: „Ein paar leckere Nußecken zur Stärkung muss es aber geben!“ Über die Spezialität des Hauses schwärmten beide einstimmig. Hier, wie in einigen anderen Momenten auch, zeigte sich: auch politische „Rivalen“ können sich durchaus für dieselbe Sache begeistern.

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