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Die Seele brennt oder: Von Webcams, Wadenkrämpfen und der Gema-Abteilung

Petra Koch und Thorben Marx sitzen an der Talktheke beisammen, als wäre es die Wohlfühl-Oase schlechthin – nette Worte, sanfter Charme, Harmonie pur. Würde man jetzt noch Wollsocken anziehen, hausgemachte Pasta auftischen und ein Kaminfeuer entfachen, es wäre die perfekte Heimeligkeit. Zwischen Fußball und Radiojournalismus talkte Knippi mit seinen Gästen in gelöster Atmosphäre über Heiteres und Ernsteres und brachte den Zuschauern in der Kulturküche zwei Menschen auf unheimlich sympathische Weise näher. Das sowohl Koch als auch Marx für den Fußball brennen, ist deutlich zu spüren. Auch wenn Koch erzählt, dass es für Frauen gar nicht so leicht ist, an die Fußballberichterstattung heranzukommen. „Man darf dann erstmal zum Turmspringen, oder Turniertanz oder sowas, dann kam irgendwann Leichtathletik, da war ich schon positiv überrascht – und irgendwann endlich Fußball“, scherzte sie herzhaft lachend. Bei Spielern habe sie aber nie Skepsis angetroffen, eher bei männlichen Kollegen. Ein wenig Durchsetzungsvermögen schade da durchaus nicht. Das konnte Marx ähnlich bestätigen. Auch auf dem Platz muss man sich behaupten, seine Chancen ergreifen. Dass der Ton da schon einmal etwas ruppiger ausfällt, kann er nicht abstreiten. „Ach es gibt Spieler, die gehen da schon auch an die unterste Schublade, bei einem Jermaine Jones z.B. verwundert das die meisten sicher nicht“, räumt er ein. Beim Thema Homosexualität im Fußball sind sich allerdings beide sicher, dass das auf dem Platz, unter Spielern und im Verein sicher keinerlei Problem mehr bedeuten würde. „Ich glaube wir Spieler sind da total entspannt. Andererseits würden gegnerische Fans das schon auch als Grund zum Angriff ausnutzen“, wägt Marx ab. Thorben selbst wurde übrigens nach dem Ende seiner aktiven Fußballkarriere von seiner Frau in die Gema-Abteilung versetzt. „Gema einkaufen. Gema Müll rausbringen.“

Reichlich Anlass zum Lachen gab der Ex-Profi auch mit einem unfreiwilligen Becherwurf, worauf Knippi gleich zur gewohnten Durchsage ansetzte: „In der 17. Spielminute trifft zum 1:0 unser Spieler Thorben“ – „MARX“ brüllte das fußballaffine Publikum blitzschnell zurück. Auch an der Leinwand belustigte Marx mit einer sympathisch ungeschickten Zeichnung von Knippi und Koch als Strafe fürs verlorene Kitchenkwizz. „Selbst meine Kinder lachen mich deswegen aus, letztens noch beim Activity-Spielen“, gibt er freimütig zu. Manche Talente entwickelt man allerdings auch aus der Not heraus. Da Koch aufgrund ihres Nachnamens jahrelang mit Küchenutensilien und Rezeptbüchern beschenkt wurde, ohne wirklich kochen zu können, setzte sie sich doch irgendwann daran: „Heute kann ich sagen, das schmeckt jetzt auch wirklich gut!“ Nicht zuletzt die herzliche Offenheit der Gäste prägte diese gelassene und angenehme Talkrunde. Als Knippi das Publikum zum Abschluss noch `Die Seele brennt´ anstimmen ließ, war der Abend im wahrsten Sinne des Wortes rund!

Ihr wollt wissen, was Thorben Max nach seinem Karriereende gerade plant? Und warum es bei Radio 90.1 tatsächlich keine Webcam gibt? Und welcher wendige Gegenspieler Marx nach 90 Minuten schrecklichste Wadenkrämpfe bescherte? Dann klickt rein auf den Youtube-Channel der Kulturküche, dort ist die 17. Ausgabe des 64:49 Kitchentalks in Kürze online verfügbar!

Weitere Infos gibt es unter www.kitchentalk.tv

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Kitchentalk TV

Fotos: Sina Layeghi