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Multiple Persönlichkeiten, masochistische Gospel und die Schluppen von Bernd Krauss
Oft kennen sich die Gäste des Kitchentalks nicht persönlich, bevor sie an Knippis Talktheke für 64 Minuten und 49 Sekunden zusammenkommen. Nicht jedoch bei der 14. Ausgabe – hier entwickelte sich schnell eine charmant-schlagfertige Dynamik zwischen Moderator, Publikum, Arnold Küsters und Stephan Lenzen. Es menschelte sehr angenehm und man erfuhr allerhand Geschichten und Kuriositäten über zwei Journalisten, die auf verschiedensten Pfaden kreativ unterwegs sind. So hat Küsters nicht nur ein gutes Dutzend Krimis zwischen Niederrhein und Eifel verfasst, sondern spielt auch fantastisch Blues-Harp. Was er sogleich unter Beweis stellte, da er die Mundharmonika tatsächlich immer in der Hosentasche bei sich trägt. Unter lautstarkem Beifall intonierte er ein kunstfertiges Solo. Stephan Lenzen setzte gleich noch ein paar Gospel-Moves hinterher, denn der Cityvision-Chefredakteur singt seit Jahren begeistert in einem Gladbacher Gospelchor, obwohl er gar kein Gospel-Fan ist. Das sei wie mit den Krimis, er habe zwar schon einige gedreht, aber im Fernsehen anschauen mag er sie nicht. James Bond aber, den finde er großartig. Diese ambivalente Haltung inspirierte Küsters: „Stephan, du wirst als Romanfigur immer realer für mich!“ Multiple Persönlichkeiten seien doch wunderbar, um eine Figur anzulegen. Ob jetzt Mörder oder Opfer, ließ man zur Erheiterung des Publikums noch offen.

Überhaupt spann sich ein munterer Gesprächsfaden. So erfuhr man etwa, dass Torsten Knippertz schon einmal einen halben Drehtag als Leiche auf einem Sessel für einen Lenzen-Krimi ausharren musste („War eigentlich ganz entspannt!“) und Küsters 1998 ein halbes Jahr Pressesprecher bei Borussia war und Bernd Krauss die Schluppen hinterhertrug. „Krauss stand im tiefsten Winter draußen barfuß vor Journalisten und konnte sich nicht loseisen. So hab ich ihm kurzerhand seine Schluppen aus der Umkleide gebracht.“ Seine Faszination für Kriminalfälle entwickelte er dann als Journalist bei Verhandlungen am Landgericht. Die unerwartet niedrige Hemmschwelle, Straftaten zu begehen, habe ihn gepackt und einige Motive für seine Kriminalfiguren geliefert. Lenzen wiederum hat einige Filme gedreht, bevor er zum Fernsehen ging, seine Leidenschaft sei jedoch immer das Kino geblieben. „Ist einfach schöner!“ – „Und warum machst du dann TV?“, will Knippi wissen. „Na, weil er es hasst!“, entgegnet Küsters promt. Die Chemie zirkulierte spürbar und sorgte für gute Stimmung.

Wer wissen möchte, wie Lenzen den berühmten Roger-Moore-Doppelblick imitiert, welches Ritual er vor jedem neuen James Bond Film zelebriert und warum Küsters dutzenden orthopädischen Operationen beiwohnte, kann die aufgezeichnete Sendung auch online schauen. Auf dem Youtube-Kanal der Kulturküche wird der Kitchentalk #14 in Kürze bereitgestellt. Klickt rein!

Weitere Infos gibt es unter www.kitchentalk.tv

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Kitchentalk TV

Fotos: Julia Henn