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Schweinshaxen, Weiber und die Ohren von Berti Vogts – „Kaste“ und Charly Stock beim Kitchentalk
„Ich sag es gleich zu Anfang: Ich rede so, wie mir der Schnabel gewachsen ist. Schön quatschen, das kann ich nicht!“ Charly Stock, Kult-Physio der Borussia, hätte die Marschroute für den Kitchentalk kaum treffender aufzeigen können. Denn was folgte, waren 64 Minuten und 49 Sekunden Geschichten aus dem Schatzkistchen, voller Selbstironie und brüllend komischem Wortwitz zweier unglaublich sympathischer Talkgäste. Thomas „Kaste“ Kastenmaier und Charly Stock gehören zu recht zu den beliebtesten ehemaligen Borussen und lockten zahlreiche interessierte Zuschauer in die Kulturküche. Auch wenn Charly nie gegen einen Fußball gekickt hat, wurde er als jahrzehntelanger Masseur der Profimannschaft zur Vertrauensperson für viele Borussia-Spieler. So hat nicht nur Günter Netzer auf der Massagebank das Gespräch mit ihm gesucht. Um Fußball ging es dabei in erster Linie gar nicht: „Ja auch über Weiber und weiß der Teufel, im Zweifel über Gott und die Welt. Da hat der Berti immer soo Ohren gemacht, wenn der das mitbekam“, scherzte Charly munter. Auch Kochen gehörte in den Anfangsjahren bei der Borussia durchaus zu seinem Tätigkeitsfeld. Fernab der modernen Ökotrophologie gab´s da auch mal Schweinshaxen für die Spieler. „Das ist heute natürlich unvorstellbar – und trotzdem haben wir 5 Meisterschaften geholt.“

Über die Haxen hätte sich „Kaste“ sicher auch gefreut, warf Moderator Knippi ein. Der legendäre Außenverteidiger der Borussia und gebürtige Münchner lebt und arbeitet bis heute am Niederrhein, doch sein breiter bayrischer Dialekt verrät sofort seine Heimat – sehr zur Erheiterung des Publikums, dass nicht nur einmal über seine munter selbstironische Erzählweise in schallendes Gelächter ausbrach. Auf die schönsten und schlimmsten Erinnerungen seiner Profikarriere angesprochen, nennt er sofort den DFB-Pokalsieg 1995. Und schießt direkt das verlorene Finale 1992 hinterher: „Pflipsen und Fach – die haben mich einen Titel gekostet!“, frotzelt er amüsiert in die Runde, auf die beiden verschossenen Elfmeter seiner damaligen Teamkollegen anspielend. Bei Spielen der Weißweiler-Elf, in der sie alle regelmäßig noch kleine Turniere bestreiten, bekommen sie das auch gerne noch aufs Brot geschmiert. Auch wenn zwei Herzen in seiner Brust schlagen, eins für Bayern und eins für die Borussia, so merkt man doch gleich die herzliche Verbundenheit zu seiner Wahlheimat. Ebenso wie bei Charly Stock, der den Niederrhein auch nach seiner aktiven Zeit als Physiotherapeut nie verlassen hat.

Die Gäste der 10. Ausgabe des Kitchentalks bescherten den Zuschauern einen wahrhaft denkwürdigen Abend, der wie immer aufgezeichnet wurde und in Kürze auf dem Youtube-Kanal der Kulturküche bereitgestellt wird. Erfahren Sie, wie Charly Stock preisgibt, wo sich der original abgebrochene Bökelberg-Pfosten vom legendären Spiel 1971 jahrelang befand, wer Charly mal als dicke Sau bezeichnete und wen Thomas Kastenmaier beim Training schon mal K.O. schoss…

Weitere Infos gibt es unter www.kitchentalk.tv

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